Madidi Nationalpark – mitten im Regenwald

(Punkt 95 auf der Karte)

Die Todesstrasse war geschafft, die schlimmsten Strassenabschnitte nach Rurrenabaque lagen jedoch noch vor uns. Nach einer 10-stündigen Fahrt kamen wir müde in Rurrenabaque an. Am nächsten Morgen evaluierten wir die verschiedenen Angebote für den Besuch des Madidi Nationalparks und entschieden uns für eine Kombitour: drei Nächte im Dschungel und eine Nacht in der Pampa.

Für uns waren die Aras der „tierische“ Höhepunkt. Rund 40 Paare haben ihr Nest in Höhlen in der gleichen Felswand. An einem Nachmittag wanderten wir auf die Klippe und konnten sie von oben beobachten. Am nächsten Vormittag gingen wir unter die Klippe und konnten ihre Flugkünste von unten bewundern.

Unser Führer Giovanni (genannt Joe / Giovanni hiess er, weil ein italienischer Missonar in seinem Dorf war) kommt aus einer indigenen Kommune am Rande des Madidi Nationalparks. Er hatte Augen wie ein Adler und sah Tiere, die wir alleine nie gesehen hätten: viele Schmetterlinge, viele Frösche und Kröten, verschiedene Ameisenarten (die grösste war sicherlich 2 cm lang), Spinnen und ein paar Vögel (u.a. den Tucan in weiter Ferne).

Etwas unheimlich waren die drei Nachtwanderungen, die wir unternahmen. Es war zwar nicht so lärmig, wie wir uns dies vorgestellt hatten. Dennoch konnte uns Giovanni ein paar Nachtschwärmer zeigen.

Nicht alle Tiere konnten wir fotografieren. Zu langsam waren wir. Zum Glück gab es ein paar Tiere, die etwas mehr Geduld mit uns hatten.

Wir sahen Ingwerpflanzen (fünftes Foto in der ersten Reihe). Joe zeigte uns Blätter, mit denen Farbe hergestellt werden kann. Oder Baumrinden, die bei allerlei Wehwehchen helfen. Oder der Baum, der von oben nach unten und von aussen nach innen wächst.

Interessant war auch der Baum, der wandern kann (drittes Bild in der dritten Reihe). Sobald ihm ein anderer Baum Licht wegnimmt, wachsen neue Wurzeln vom Baum herab, die sich dann etwas weiter entfernt im Boden verankern und so den Baum in eine Richtung ziehen. Faszinierende Natur!

Als Entspannung bauten wir an einem Nachmittag ein Floss. Zum Glück waren die Bäume schon gefällt! So war das Floss ruckzuck zusammengesetzt. Schon in der ersten Stromschnelle lenkte uns Joe auf unterliegende Steine:  das Floss verzog sich bedrohlich, doch Joe kicherte nur. Nach diesem Schreck ging es gemählich den Fluss runter. Pudelnass kamen wir in der Lodge an.

In der indigene Kommune, der die Lodges gehören, machten wir am ersten Vormittag halt. Eine Indio zeigte uns, wie Zuckerrohr geschlagen, gewaschen und ausgepresst wird. Der Zuckerrohrsaft wurde mit Limettensaft gemischt und schmeckte sehr gut!

Zwei Nächte übernachteten wir in der Lodge, eine Nacht im „Freien“ geschützt mit Moskitonetz und einer Plache. Der Koch kochte auf einem Holzfeuer und zauberte leckere Mahlzeiten hervor.

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