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Märchen im Bandai-Asahi Nationalpark?

(Punkt 3 auf der Karte)

Der Vulkan Bandai brach vor rund 150 Jahren aus und schleuderte eine Unmenge Material zu Tal. Diese Material versperrte die Wasserläufe. Es entstanden über die Jahre grössere Seen, kleinere Teiche und unzählige Wasserläufe und -kaskaden.

Das erste, was wir im Bandai-Asahi Nationalpark sahen, war ein Frosch auf Anita’s Fahrrad. Dieser war wohl bei unserem letzten Rastplatz auf das Fahrrad geklettert und hatte nun eine ungewollte Fahrt hinter sich. Ob er sich am neuen Ort wohl zurecht gefunden hat?

Wir wanderten durch Farne und Wälder begleitet von Froschgequake und Vogelgezwitscher ohne Ende. Zusätzlich hat jeder von uns ein paar Mückenstiche abbekommen. Den Schutzspray war natürlich im Fahrzeug. Dies war erst das zweite Mal, dass wir hier in Japan von Mücken geplagt wurden. Das erste Mal war ganz im Süden, als wir bei offenem Dachfenster schliefen und während der Nacht auf Mückenjagd gehen mussten.

PS: Das Dachfenster ist nun mückendicht abgesichert, wobei der Härtetest noch ausstehend ist.

Bärensuche im Nikko-Nationalpark

(Punkt 2 auf der Karte)

Nur rund 20 km von Nikko entfernt befindet sich der Nikko-Nationalpark. Es ist ein vulkanisches Hochplateau mit Seen, Wasserfällen und Sumpflandschaften. Hier wurde uns erstmals bewusst (Internet sei dank, in unserem Reiseführer stand davon nichts!), dass in Japan auch Bären leben.

Schon in den japanischen Alpen haben wir auf einer Wanderung grosse Glocken am Wegrand gesehen. Wir wanderten hier in mitten von Schulklassen. Diese Schüler läuteten die Glocken, was das Zeug hält. Es stand neben den Glocken jeweils geschrieben, dass das Läuten gegen die Bären wäre. Wir dachten jedoch, dass dies eine Show ist, um die Schüler bei Laune zu halten.

Als wir nun in Nikko Bärenbilder gesehen haben, haben wir am Abend im Internet gesucht: tatsächlich in Japan leben Bären. Die mehrstündige Wanderung im Nikko-Nationalpark bekam nun einen weiteren Reiz: sehen wir einen Bären? Affen, Rehe und viele Vögel, jedoch keine Bären.

Goldiges Nikko

(Punkt 1 auf der Karte)

Bei der Fahrt vom Fuji nach Nikko haben wir Tokio grosszügig umfahren. Auf den Autobahnen ging dies ganz gut, auf den normalen Strassen mit Stopplichtern gefühlte 10 Kilometer pro Stunde. Wir waren überrascht, wie eben das Gebiet hinter Tokio ist. Die Hügel fehlten uns schon bald.

Nikko ist unser erster Stopp in Japan nördlich von Tokio. Es ist mit seinen prachtvollen Tempeln und Schreinen auf kleinstem Raum ideal für uns Europäer, um die Pracht der buddhistischen und shintoistischen Glaubensrichtungen zu spüren. Grosszügige Parkanlagen mit vielen alten und hohen Bäumen. Viele Tempel und Schreine sind mit Blattgold ausgekleidet.

Nikko an einem Samstag zu besuchen, naja, wir waren nicht die einzigen.

Japanische Alpen

(Punkt 21 auf der Karte)

Wenn wir die Japan-Karte so vor uns ausbreiten und schauen, was wir in den letzten 6 Wochen alles gesehen haben und wie viel wir noch vor uns haben, beschleicht uns (bzw. Dani) seit ein paar Tagen das Gefühl, dass wir einen Zwischenspurt einschalten müssten, damit wir es in ca.  4 Wochen nach Wakanai schaffen. Also hopp auf die Autobahn und schon sind wir in den japanischen Alpen!

Da in den Bergen noch viel Schnee liegt, sind gewisse Pässe geschlossen und auch die Wanderwege zum Teil noch nicht offen. Dennoch haben wir ein paar tolle Orte gesehen:

  • Spaziergang durch die Altstadt von Takayama
  • Blicke auf Berge und in Schluchten
  • Fahrradtour durch Bergdörfer mit Reis- und Teeplantagen
  • Besichtigung der grössten Wasabi-Farm von Japan
  • Fahrt durch das Kiso-Tal mit seinen alten Postdörfern und Wanderung auf dem alten Postweg

Kobe-Steak am 17.05.

(Punkt 20 auf der Karte)

Es kommt meist anders, als man denkt und plant. Kobe wollten wir grosszügig um- oder zumindest durchfahren. Da wir nun zufällig am 17. Mai (Dani’s Geburtstag) in der Nähe von Kobe waren, war ein Halt in Kobe aus rein kulinarischer Sicht wieder ein Thema.

Das Kobe-Steak musste aber hart verdient werden. Zuerst mussten wir mit dem Camper in die Grossstadt (1.5 Mio. Einwohner) fahren und dann noch einen genügend grossen Parkplatz finden. Und nun? Wo gibt es ein gutes Kobe-Steak? Im Zentrum fragten wir beim Visitor Center nach. Wir waren nicht die ersten, die diese Frage stellten. Wir erhielten einen Plan mit 4 oder 5 Steak-Restaurants im Zentrum.

Dani wählte das volle Menu (kaltes Kobe-Hackfleisch mit kalten Nudeln, Suppe mit Jakobsmuscheln, Kobe-Steak mit Beilagen, Käsekuchen / Vanille Glacé / Mango-Créme zum Dessert). Steakhouse und Anita passen irgendwie nicht zusammen. Doch der Koch war flexibel und Anita erhielt einen Gemüseteller (fünftes Bild).

Das Kobe-Steak wie auch die anderen Gerichte waren vorzüglich. Auch wenn die Grösse des Kobe-Steaks schon eher auf den japanische Hunger zugeschnitten war.

Zubereitet werden die Speisen direkt vor unseren Augen. Präzis wird das Steak zugeschnitten und gewogen. Kein Gramm zuviel! Vom Rest wird wohl das Hackfleisch hergestellt.

Wirbliger Naruto-Strudel

(Punkt 19 auf der Karte)

Die Meerenge zwischen den Inseln Shikoku und Awaji ist nur etwa einen Kilometer breit. Auf der einen Seite befindet sich der grosse Pazifik, auf der anderen Seite die sogenannte Inlandsee.  Da die beiden Meere aufgrund ihrer Grösse unterschiedliche Gezeitenzyklen haben, kommt es an der Meerenge zu starken Strömungen und Wirbeln.

Wir waren am Nachmittag beim Naruto-Strudel angekommen. Da sah alles noch mehr oder weniger friedlich aus.

Direkt bei der Meerenge und fast unter der Brücke befindet sich ein Rastplatz. Wir haben uns deshalb entschlossen, direkt hier zu übernachten. Nach dem obligaten Scrabble und dem Nachtessen gingen wir nochmals zum Strudel. Und siehe da, jetzt war da was los.

 

Insel Shikoku – ein paar Eindrücke

(Punkt 18 auf der Karte)

Nach unserer Radtour haben wir die Insel Shikoku durchquert und sind dann der südöstlichen Küste entlang wieder nordwärts gefahren.

Bei der Radtour konnten wir dem Regen noch ein Schnippchen schlagen. Auf der Passstrasse in das Inselinnere hat es dann richtig gegossen. Unterwegs haben wir auf einem Rastplatz übernachtet und ein Onsenbad im Regen genossen. Herrlich! Das Aussenbad war mit Holz ausgekleidet. Es sah toll aus.

Am Morgen war das Tal vernebelt und wir fuhren an die Küste bei Kochi, nun wieder bei herrlichem Wetter.

Beim Kap Muroto haben wir direkt am Meer übernachtet. Wobei es uns zu Beginn etwas mulmig war. Was ist, wenn ein Tsunami droht.  Wie werden wir gewarnt? Als dann ein Pilger neben uns sein Zelt aufgestellt hat, war uns wieder wohler. Buddha wird es schon richten, haben wir gedacht.

Nur so nebenbei: auf der Insel Shikoku gibt es einen Pilgerweg zu 88 Tempeln und mit 1100 km Fussmarsch. Unser heutiger Nachbar ist bereits auf der zweiten Umrundung. Mit Händen und Füssen konnten wir uns verständigen. Am nächsten Tag haben wir sicherlich mehr als 100 Pilger am Wegrand gesehen. Pro Jahr absolvieren rund 100’000 Menschen den Pilgerweg oder einen Teil davon. Viele aber mit Autobus!

Hier ein paar Foto’s dieser zweitägigen Autofahrt rund um die Insel Shikoku.

Radtour von Insel zu Insel

(Punkt 17 auf der Karte)

Zwischen den beiden Inseln Shikoku und Honshu (die grösste Insel Japan) befindet sich die „Inlandsee“, ein Meer mit vielen kleinen Inseln. Verbunden sind diese beiden grossen Insel u.a. mit einer Strasse, die mit Brücken von Inselchen zu Inselchen gelangt. Keine einfache Konstruktion! So kostet auch die Strassengebühr umgerechnet auf einen Kilometer rund CHF 1.00. So nebenbei: die Strasse ist rund 90 km lang.

Wir fuhren mit unserem Camper bis zu Insel Hakata (rund 35 km von der Insel Shikoku entfernt) und schlugen dort unsere „Zelte“ auf. Am ersten Tag fuhren wir mit dem Fahrrad über die Brücken zur nächsten Insel etwas nach Süden, hier noch im Sonnenschein. Am zweiten Tag pedalten wir rund 20 km nordwärts über mehrere Brücken und wieder zurück. Das Wetter war am Morgen dunstig. Wir hofften, dass sich im Verlaufe des Tages die Sonne noch zeigen würde. Fehlanzeige, mit Glück kamen wir am Nachmittag ohne Nässe von oben – unsere Schweisstropfen nicht gezählt – zum Camper zurück.

Übrigens: auch die Radfahrer müssen eine Brückengebühr bezahlen! Dies ist ok, eine Fahrt über die riesigen Brücken ist ein tolles Erlebnis.

No äm räge schynt sunne

(Punkt 16 auf der Karte)

In der letzten Nacht haben wir am Meer übernachtet. Der Wind frischte immer mehr auf. Die Windböen kamen aus allen Richtungen und schüttelte unser Fahrzeug gehörig durch. Und wir wollten doch am Vormittag auf die Fähre nach Shikoku!

Die Fähre ging um 08:00 Uhr los. Am Anfang war noch alles in Ordnung. Sobald wir aber der Schutz des Landes verliesen, spürten wir die Natur ziemlich heftig. Die Gischt spritzte über die ganze Fähre und das Schiff schwankte von einem Wellental ins andere. Die Folgen für uns waren übel. Horizont anschauen, frische Luft, liegen: alles nützte nichts. Es kam, wie es eben kommt in solchen Situationen. Es war eine 1 1/2-stündige Tortur für die Seele und vor allem für den Magen.

Nach der Ankunft brauchten wir erst mal ein bisschen Erholung. Ein leichtes Mahl in Ozu war eine Wohltat für den Magen. Nach einem Spaziergang auf wackligen Beinen durch die alten Handelsstrassen von Ozu (Ozo soll das kleine Kyoto sein, dies stimmt schon!) und tropfnassen Kleidern ging schnurstracks in das Thermalbad von Ozu.

Am nächsten Morgen schien die Sonne und die Welt war wieder in Ordnung. In der unmittelbaren Umgebung von Ozu liegt Uchiko, ebenfalls ein kleines Städtchen mit alten Häuserzeilen.

Auf der Insel Shikoku gibt es einen jahrhundertalten Pilgerweg, welcher ca. 88 Tempel umfasst und 6-8 Wochen zu Fuss dauert. Uchiko ist ein Etappenziel. Hier kamen wir mit einem Belgier ins Gespräch, der diesen Pilgerweg abmarschiert. Vielleicht ein anderes Mal!