Quer durch Yukon

In Dawson City waren wir felsenfest überzeugt, dass auch wir noch faustgrosse Goldnuggets finden werden. Naja, das Wasser war kalt und der Boden sicher schon hundertmal umgegraben. Nicht mal ein klitzekleines Goldflitterchen haben wir gefunden.

Nach Dawson City ging es erstmals 700 km durch die Weiten Yukons nach Whitehorse, dem Hauptort der Yukon-Provinz. Dort mussten wir zum Autodoktor. Seit Alaska funktionierte das automatische Getriebe von unserem Fahrzeug nicht mehr korrekt. Immer nach einem längeren Stillstand schaltete das Getriebe nicht mehr vom ersten in den zweiten Gang. Erst nach ca. 2 bis 3 Meilen war das Öl warm und die Schaltung funktionierte dann wieder. Dies war lästig für uns, aber vor allem für die anderen Verkehrsteilnehmer: wir tuckerten nämlich so mit 20 Meilen in der Stunde durch die Landschaft. Da es sich scheinbar um ein nicht alltägliches Getriebeproblem handelte, meinte unser Vermieter, dass es für uns sinnvoller wäre, wenn wir in einer grösseren Ortschaft eine Garage aufsuchen würden (qualifizierteres Personal, Ersatzteile an Lager). Bei einer kleinen Garage wäre das Risiko gross, dass wir 1 Woche irgendwo in der Provinz auf das Fahrzeug warten müssten. So fuhren wir also am Montagmorgen in Whitehorse zu der Garage. Der Schaden war dann in 6 Stunden behoben, der Punkt war aber, dass die Garage uns erst am Mittwochmorgen einen Termin geben konnte. So blieben wir 2 Nächte im „wunderschönen“ Whitehorse. Immerhin hatte Whitehorse 2 Kinos, so war das Abendprogramm vorgegeben, und eine Bibliothek mit Internet-Anschluss.

Die folgenden Tagen nach der Reparatur fuhren wir weitere 1’500 km auf dem Alaska Highway. Das Highlight war, als eine Bisonherde den Highway überquerte und wir mit unserem Fahrzeug mittendrin standen. Wir haben damals gedacht, was für ein Glück wir haben. In den folgenden Wochen haben wir aber in den verschiedenen Nationalparks tonnenweise Bison gesehen. Naja, vielleicht waren unsere ersten Bisons wirklich wilde Bisons.

Bevor wir nun die kanadischen Rocky Mountains besuchten, fuhren wir nochmals fast 1’000 km. Der Abstecher nach Alaska hat sich gelohnt, ohne Zweifel. Es war aber ein langer Weg.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.