Archiv der Kategorie: Uruguay / Nordosten Argentinien

Pampa del Infierno – Pampa der Hölle

(Punkt 15 auf der Karte)

Nach den Esteros del Iberá standen wir vor dem Entscheid, ob wir nun bereits Richtung Süden fahren oder noch einen Schwenker nach Westen machen sollten. Nachdem wir die Temperaturen der Gebiete um und nach Buenos Aires abgefragt und auch die Wettervoraussichten miteinbezogen hatten, war es entschieden, dass wir nach Westen in das Gebiet um Salta fahren werden.

Dies hiess nun, dass wir die nächsten drei Tage durch die riesige Chaco-Ebene fuhren. Am zweiten Tag in etwa der Mitte der Strecke machten wir bei 33 Grad Hitze Mittagspause in einem Ort mit dem treffenden Namen Pampa del Infierno, Pampa der Hölle.

Zusammen mit den Kohlenmeilern, die teilweise auch in Betrieb waren, und der explosiven Tankstelle auf sandigem Grund mit heissen Lastwagenmotoren fanden wir es naheliegend, hier einen Beitrag darüber zu erstellen.

National Park Chaco – mit Gebrüll geweckt

(Punkt 14 auf der Karte)

Schon in den Esteros del Iberá waren wir auf der Suche nach den Brüllaffen. Dort hatten wir kein Glück, bzw. wir waren wahrscheinlich einfach zu spät unterwegs.

Im Chaco Nationalpark fuhren wir sicher 20 km mit dem Velo und gingen zum einen oder anderen Aussichtspunkt. Auch hier haben wir keine Affen gesehen oder gehört. Dafür wurden wir an gewissen Orten regelrecht von Mücken überfallen. Dies war das erste Mal, dass wir uns mit Mückenschutzmittel eincremten. Und es hat gewirkt! Dennoch waren diese Viecher lästig.

Wie meistens auf den Campingplätzen waren wir auch im Chaco Nationalpark die einzigen Übernachtungsgäste. Normalerweise werden wir von Vögelgezwitscher, den zu frühen Kikerikis der Hähne oder vom Dröhnen der Lastwagenmotoren geweckt.

Anders hier: am Morgen kam es wie ein Donnergrollen oder wie eine Flugzeugturbine.  Wir dachten an ein lautes Motorrad, das in den Park kam. Erst beim dritten / vierten Mal realisierten wir, dass dies die Brüllaffen sein müssen. Offiziell das lauteste Tier der Welt! Und tatsächlich stritten sich drei Affen auf einem Baum um die besten sonnigen Plätze. Ein Jungtier war auch noch dabei!

Grasinseln voller Leben in den Esteros del Iberá

(Punkt 13 auf der Karte)

Die Esteros del Iberá ist die kleinere Ausgabe des berühmten Pantanals in Brasilien. Aber was heisst klein: mit 13’000 km2 hat dieses Feuchtgebiet eine Fläche von einem Drittel der Schweiz und ist Lebensraum für eine Vielzahl von Tieren.

Mit einem kleinen Motorboot befuhren wir die Lagune. Der Bootsführer fuhr uns fast in das Gebiss der Alligatoren. Auf kurzen Wanderwegen konnten wir durch das Feuchtgebiet spazieren.

Die Seen werden nur von Regenwasser gespiesen und sind seicht. Auf den Seen bilden sich riesige Grasinsel, die so dick sind, dass darauf die Tiere leben.

Auch Menschen würden sie teilweise tragen.

Neben den zahlreichen Tieren kommen die Pflanzen fast etwas zu kurz.

Der Zugang zum Park ist nicht so einfach. Es hat drei Wege. Für die Hinfahrt haben wir uns für den zweitschlimmsten Weg entschieden, da wir sonst einen Umweg von 250 km hätten fahren müssen. Dies hies 120 km Sand- und Schotterpiste.

Nach diesen 120 km kamen wir in Colonia Pellegrini an, einem Dorf mit nur ein paar Hundert Einwohnern. Der Tourismus kommt dort langsam zum Boomen. Die Bauweise gewisser Häuser ist doch etwas speziell. Auf der anderen Seite hat es ein paar Lodges, die luxeriös aussehen. Daniel ass hier sein erstes Asado (Grillplatte). Naja, er bleibt beim Ojo de Bife (Ribeye-Steak).

Camping1

Entschädigt für die lange Hinfahrt wurden wir auch mit einem super ausgestatteten Campingplatz direkt an der Lagune mit einem unbeschreiblichen Sonnenuntergang.

Für die Rückfahrt haben wir dann den besten Weg gewählt. Es waren da nur 80 km Schotterpiste und danach noch 30 km geteert.

 

Längsgestellter Wasserfall: Saltos del Moconá

(Punkt 12 auf der Karte)

Neben den Iguazú-Wasserfällen hat der Nordosten Argentinien noch eine weitere „Wasser“-Attraktion: die Saldos del Moconá mitten im subtropischen Regenwald.

Dabei handelt es sich um einen Bruch im Flussbett des Rio Uruguay, der den Fluss wie spaltet. Das argentinische Flussbett ist auf einer Länge von rund drei Kilometer höher als das brasilianische. Bei niedrigem Wasserstand stürzt das Wasser dann bis zu 12 Meter in die Tiefe, bei ganz hohem Wasserstand ist dieser „längsgestellter“ Wasserfall nicht zu sehen und ist überflutet. In einem Jet-Boot fuhren wir die drei Kilometer flussaufwärts, von einem Wirbel zum andern. Es hat ganz ordentlich geschüttelt. Ob die Schwimmwesten wirklich geholfen hätten, wagen wir zu bezweifeln.

Mit noch etwas schlotterigen Knien ging es dann zum Frühstück.

Danach fuhren wir dem Rio Uruguay entlang nach Süden. Nach und nach wurde der Regenwald durch die Landwirtschaft abgelöst.

Viehwirtschaft und Teeplantagen prägten nun die Landschaft.

Iguazú – der Wasserfall schlechthin

(Punkt 10 auf der Karte)

Zu den Iguazú-Wasserfällen gibt es nicht viel zu sagen – eindrücklich, tosend, sprühend.

An einem Tag waren wir im argentinischen Nationalpark und am nächsten Tag auf der brasilianischen Seite. Wir überlegten, ob wir mit unserem Fahrzeug nach Brasilien einreisen sollten. Im Reiseführer ist geschrieben, dass man den normalen internationalen Bus nehmen kann. Wir entschieden uns dann, mit dem Taxi über die Grenze zu der brasilianischen Seite der Wasserfällen zu fahren. Zum Glück! Denn auf dem Rückweg fuhren wir mit dem lokalen Bus. Wir wurden fast seekrank und es dauerte eine Ewigkeit!

 

Es geht nach Norden – von Concordia nach Puerto Iguazú

(Punkt 9 auf der Karte)

Wir hatten etwas Bedenken, jedoch verlief der Grenzübertritt von Uruguay nach Argentinien ohne Probleme. Uns wurde grosszügig geholfen und das Händchen gehalten, als wir von Schalter zu Schalter gehen mussten.

Grössere Probleme hatten wir mit dem Bargeld. In der Grenzstadt hatten die Banken am Vormittag bereits zu, warten bis 15:00 Uhr wollten wir nicht. Also fuhren wir mit ein paar argentinische Pesos (noch aus Buenos Aires) gen Norden und hofften, dass wir die evtl. Strassengebühr mit uruguayischen Pesos oder mit der Kreditkarte bezahlen konnten. Zum Glück keine Strassengebühren und am nächsten Morgen konnten wir in einem Supermarkt von unserem Notvorrat Dollar in Peso wechseln.

In drei Tagen fuhren wir gemütlich quer durch den Nordosten von Argentinien.

Quer durch die uruguayische Pampa

(Punkt 8 auf der Karte)

Endlich wird es warm und sonnig! Über zum Teil recht holperige Strassen ging es quer durch die uruguayische Pampa von Chuy nach Salto zur argentinischen Grenze, eine schöne Fahrt.

Das es mit unserem Spanisch noch etwas happert, haben wir auf einer Hacienda mit Restaurant und zwei Hütten in unmittelbarer Nähe von der Quebrada de los Cuervos (Rabenschlucht) gemerkt.

Wir wollten fragen, ob wir hier übernachten können und etwas zu Essen bekämen. Auf unsere einfachen Fragen auf Spanisch wäre es unser Wunsch gewesen, wenn die nette Frau mit Si oder No geantwortet hätte. Nein, auf jede unserer Fragen gab es eine Vielzahl von Gegenfragen, die wir alle nicht so recht verstanden. Zu guter Letzt bekamen wir ein Nachtessen (als Vorspeise Café complet) und konnten hinter dem Hof übernachten.

Die Quebrada de los Cuervos mag für uruguayische Verhältnisse eine Riesenschlucht sein, für schweizerische Verhältnisse eher nicht. Es führte eine kleine Rundwanderung zur und in die Schlucht, so zum Einlaufen die richtige Strecke!

Aus-, um-, ein- und aus-, um-, einräumen usw.!

(Punkt 7 auf der Karte)

Das Motto der ersten Tage hiess: Camper ausräumen, umräumen und dann wieder einräumen. Und dann wieder und wieder! Eigentlich wollten wir das Einrichten des Campers in einem Zug erledigen. Das erste Mal hat uns der Campingplatz nicht zugesagt (keine funktionierende Duschen und auch sonst nicht so toll). Dann räumten wir das Fahrzeug aus und es fing an zu regnen: alle Sachen wieder rein! So ging es uns die erstenTage.

Wir fuhren auf diese Weise von Montevideo nach Chuy an die brasilianische Grenze. Gemäss Reiseführer soll dieser Küstenabschnitt die schönsten Sandstrände Südamerikas haben. Wir können dies nur schwer beurteilen. Zum einen kennen wir die anderen Länder Südamerikas noch nicht, zum anderen hat uns das Wetter nicht gerade zum Sünnelen eingeladen.

Hier ein paar Schnappschüsse vom Adlerhaus in Atlántida, den leeren Häuserschluchten und die vergrabene Hand in Punta del Este, Strandhäuser und sonstige Bauten irgendwo auf dem Weg, Wanderdünen in Valizas und zum Schluss das interessante Punta del Diablo. Eigentlich sollten wir hier im November nochmals vorbeischauen! Es wäre ein paar erholsame Tage wert!