No äm räge schynt sunne

(Punkt 16 auf der Karte)

In der letzten Nacht haben wir am Meer übernachtet. Der Wind frischte immer mehr auf. Die Windböen kamen aus allen Richtungen und schüttelte unser Fahrzeug gehörig durch. Und wir wollten doch am Vormittag auf die Fähre nach Shikoku!

Die Fähre ging um 08:00 Uhr los. Am Anfang war noch alles in Ordnung. Sobald wir aber der Schutz des Landes verliesen, spürten wir die Natur ziemlich heftig. Die Gischt spritzte über die ganze Fähre und das Schiff schwankte von einem Wellental ins andere. Die Folgen für uns waren übel. Horizont anschauen, frische Luft, liegen: alles nützte nichts. Es kam, wie es eben kommt in solchen Situationen. Es war eine 1 1/2-stündige Tortur für die Seele und vor allem für den Magen.

Nach der Ankunft brauchten wir erst mal ein bisschen Erholung. Ein leichtes Mahl in Ozu war eine Wohltat für den Magen. Nach einem Spaziergang auf wackligen Beinen durch die alten Handelsstrassen von Ozu (Ozo soll das kleine Kyoto sein, dies stimmt schon!) und tropfnassen Kleidern ging schnurstracks in das Thermalbad von Ozu.

Am nächsten Morgen schien die Sonne und die Welt war wieder in Ordnung. In der unmittelbaren Umgebung von Ozu liegt Uchiko, ebenfalls ein kleines Städtchen mit alten Häuserzeilen.

Auf der Insel Shikoku gibt es einen jahrhundertalten Pilgerweg, welcher ca. 88 Tempel umfasst und 6-8 Wochen zu Fuss dauert. Uchiko ist ein Etappenziel. Hier kamen wir mit einem Belgier ins Gespräch, der diesen Pilgerweg abmarschiert. Vielleicht ein anderes Mal!