Amur-Magistrale Tag1 16Uhr

Zahnlose Amur-Magistrale

(Punkt 14 auf der Karte)

Bis vor 10 Jahren gab es in Russland noch keine durchgehende Strasse vom Westen nach Osten. Die Amur-Magistrale, welches diese beiden Russland verbinden soll, war eines von Putin Prestigeprojekte. Im 2014 eröffnete er den letzten Abschnitt: die Amur-Magistrale von Chabarowsk nach Chita. Geteert war damals noch bei Weitem nicht alles.

Was haben wir im Internet nicht alles über den Abschnitt zwischen Belogorsk und Chita lesen können! Umleitungen von mehreren Kilometern über superprovisorische Pisten, halbe Felsen auf dem Trassee, geplatzte Reifen am Laufmeter, durchschnittlich 25 km pro Stunde, Wachsschutz für Kühlerhaube und Gitter für Kühler wegen umherfliegenden Steine unbedingt notwendig, Schlaglöcher von der Grösse einer Badewanne. Wir rechneten mit allem und haben uns gedanklich darauf vorbereitet, dass wir 4 bis 5 Tagen für diesen Abschnitt benötigen würden. In Birobidzhan hat uns der Wirt bestätigt, dass seines Wissens die Strassenverhältnisse schlecht sind. Als wir dann später auf einem Rastplatz mit einem Chauffeur ins Gespräch kamen, hat er uns gesagt, dass die Strasse vollständig geteert sei. Stimmt dies wirklich? Wir konnten es fast nicht glauben.

Und tatsächlich: auf diesen rund 1’500 km durch ein fast unbewohntes Gebiet haben wir vielleicht 200 Meter auf Schotterpisten fahren müssen (dies wegen Strassenreparaturen) und etwa 3 Schlaglöchern ausweichen müssen. Ansonsten konnten wir mit durchschnittlich 75 km/h durch die Landschaft „rasen“. Was für eine zahnlose Amur-Magistrale! Alle anderen grösseren Strassenabschnitte, die wir bis jetzt durchfuhren, waren in einem schlechteren Zustand als die Amur-Magistrale.

Zahnlos wurden wir jedoch auch fast. Die Amur-Magistrale ist zwar nun vollständig geteert. Ob es nun am Strassenbau oder am Bodenaufbau grundsätzlich liegt, auf den 1’500 km fuhren wir gefühlte 30’000 Mal über Bodenwellen. Es waren eher Monsterbodenwellen. Wir mussten jedes Mal abschätzen, ob wir die Geschwindigkeit auf 70 oder sogar auf 50 reduzieren müssen, damit wir nicht an der Decke klebten. Ein paar Mal verschätzten wir uns und es rumpelte gehörig.

Die rund 20 Stunden Fahrtzeit für diesen Abschnitt haben wir in 3 Tagen absolviert. Wir sind nach dem Mittagessen in Belogorsk gestartet und nach rund 48 Stunden in Chita angekommen. Die nachfolgende Bilderserie besteht aus stündlichen Bilder (so ungefähr) und soll Euch die durchfahrene Landschaft zeigen:

Tag 1,  ab 14:00 Uhr

Tag 2, Fahrtzeit von fast 11 Stunden, bis 21:00 Uhr!

Tag 3, Arbeitsbeginn erst um 10:00 Uhr!