Nummernschild

Nur ein bisschen geschwindelt …

(Punkt 12 auf der Karte)

Die Fähre zur Insel Sachalin ist gebucht. Damit wir unseren Camper jedoch mitnehmen und exportieren können, braucht es ein sogenanntes Export Certificate. Dieses wird durch die Behörde ausgestellt, die das Nummernschild herausgegeben hat, d.h. in unserem Falle die Stadt Yokohama. Aber ohne Original-Nummernschild läuft gar nichts. Damit das Dokument rechtzeitig bei uns ist, mussten wir nun das Yokohama-Nummernschild demontieren und nach Yokohama zurückschicken (Anmerkung: In der Zwischenzeit haben wir das Export Certifcate erhalten und sollten nun für den Export gerüstet sein).

Der Plan unserer yokohamaischen Mädchen-für-alles-Firma war, dass wir hier in Wakkanai ein temporäres Nummerschild für die restlichen Tage beziehen können. Als wir nun hier in Wakkanai ein solches temporäres Nummernschild erhalten wollten, hiess es, dass dies nur herausgegeben wird, wenn das Fahrzeug z.B. zur Inspektion überführt werden muss. Für reines Sightseeing wird kein temporäres Nummernschild ausgestellt.

Was nun? 8 Tage hier in Wakkanai und Umgebung verbringen? Das Schlitzohr von Yokohama hat die Behörde hier in Wakkanai daraufhin informiert, dass das Fahrzeug verkauft und exportiert werden soll. Der Käufer muss das Fahrzeug jedoch vorher sehen und prüfen. Damit wir das Fahrzeug ihm zeigen können, brauchen wir deshalb ein temporäres Nummernschild. Dies hat die Behörde geschluckt. Wir mussten dann angeben, zu welchem Ort das Fahrzeug gebracht werden muss. Welch ein Zufall! Unser potentieller Käufer wohnt in einem Ort in der Nähe des Akan-Nationalparks (siehe Bericht 14), rund 300 km südlich von Wakkanai.

Daraufhin hat uns das Schlitzohr ein ausgefülltes Formular für ein temporäres Nummernschild gemailt (siehe Bild 1). Wir gingen damit zur Behörde und diese füllten das neue Formular für uns aus. Da wir hier in Japan keine Adresse haben, haben wir im Namen des Inhabers der Yokohamer Firma ein Schild beantragt. Was nun noch fehlte, war die Unterschrift des Inhabers. Dafür gibt es in Japan das sogenannte Hanko. Dies ist ein Stempel mit dem Namen der jeweiligen Person. Solche Stempel können in bestimmten Shops gekauft werden. Wir gingen zum nächsten solchen Shop und haben einen Stempel auf den Namen des Inhabers gekauft (siehe Bild 2). Mit diesem haben wir dann das Formular „unterschrieben“. Ist dies die japanische Antwort auf die elektronische Unterschrift?

Am nächsten Morgen haben wir dann das temporäre Nummernschild erhalten. Jetzt können wir weitere 5 Tage in Japan herumgondeln!