(Ent)spannende Pazifikküste in Bahia Solano

(Violetter Punkt 28 auf der Karte)

Die Spannung war gross, als wir am Flughafen von Medellín eincheckten. Dann hiess es erstmals warten. Mit einer Verspätung von 90 Minuten starteten wir. Nach rund 30 Minuten kam eine Durchsage durch den Lautsprecher, die wir mit unseren Spanischkenntnissen nicht verstanden. Da der Flug im Normalfall ca. 45 Minuten dauert, dachten wir, dass es die Ansage zur Landung war. Fehlanzeige, wir flogen und flogen. Dann tauchte das erste Dorf auf und Daniel fragte Anita, ob sie das Meer schon sehe. Dann wurde das Dorf immer grösser. Wir sahen Wolkenkratzer. Juhui, wir sind wieder in Medellín!

Nach der Landung wurden wir informiert, dass in Bahia Solano ein heftiger Regenschauer niederging und der Flughafen bis auf weiteres geschlossen sei. Wir dachten schon, dass wird nichts mehr mit dem heutigen Apéro an der Pazifikküste. Um 16.00 Uhr starteten wir jedoch und diesmal klappte alles. In El Valle bezogen wir unser Hotel am Playa El Almejal.

Die „Exkursion“ durch den hoteleigenen Park im Regenwald war sehr interessant. Unser Guide überraschte uns mehrmals mit Informationen über die Natur, die wir so noch nie gehört hatten.

An einem Tag führte uns ein Bootsausflug in den Nationalpark Utria. Unser Hauptgrund für diese Bootsfahrt war, dass wir so in die Bucht kamen, in der die Buckelwalweibchen ihre Jungen gebären und grossziehen (siehe weiter unten). Daneben spazierten wir durch die Mangroven und lernten die verschiedenen Arten zu unterscheiden. Die Frucht einer Mangrovenart sah ziemlich gefährlich aus: sehr spitzig (fünftes Bild der folgenden Reihe).

Die Rückfahrt vom Nationalpark hatte es in sich. Es war am Vortag noch nicht klar, ob wir wirklich fahren dürfen. Die kolumbianische Marine hatte für den nächsten Tag eine Regen- und Windwarnung herausgegeben. Der Kapitän entschied am Morgen, dass wir dennoch fahren können. Die Hinfahrt verlief schon etwas ruppig. Wir sassen dummerweise zuvorderst im Boot. Bei jeder kleinen Welle klatschte das Boot auf das Wasser und wir spürten jedesmal einen Schlag in den Rücken. Die Technik „Abstützen mit den Händen“ half ein wenig, den Schlag abzufedern. War das Wetter, während wir im Nationalpark waren, fast perfekt, verschlechterte es sich am Nachmittag zusehends. Als wir vom Nationalpark wegfuhren, war der Wind schon stark. Und wir wieder zuvorderst im Boot! Es hatte keine Freiwilligen gegeben, die uns ablösen wollten. Schon nach kurzer Zeit waren wir klatschnass und total durchgeschüttelt. Das Wasser war zwar angenehm warm, aber soviel Salzwasser haben wir seit langem nicht mehr geschluckt. Auch wurde der Wellengang immer höher und unser kleines Boot wurde zum Spielball des Meeres. Uns war es nicht mehr so wohl und wir waren froh, als wir das Dorf in Sichtweite sahen.

Nach drei Nächten im Hotel El Almejal fuhren wir nach Bahia Solano zurück und dort mit dem Boot zur Playa Huina. Hier verbrachten wir zwei weitere Nächte in einer Lodge und genossen die Hängematte.

Neben der Bootsfahrt zum Nationalpark, bei der auch Wale zu sehen waren, hatten wir noch zwei weitere reine Walbeobachtungstouren gebucht. Meistens sahen wir nur ein kurzes Auftauchen und dann war wieder für sieben Minuten nichts zu sehen. Manchmal zeigten sie ihre Schwanzflosse. Zweimal sahen wir einen Buckelwal in weiter Entfernung aus dem Wasser springen. Keine Chance, dies zu fotografieren.

Die besten Sprünge sahen wir in El Almejal vom Ufer aus. Da hatte ein Wal so richtig Freude und sprang mehrmals hintereinander aus dem Wasser. Eigentlich wäre dies der ideale Moment gewesen, um „das Foto“ schiessen zu können. Blöd war nur, dass wir hier an einem Ort waren, wo es durchschnittlich 8’000 mm Regen pro Jahr gibt. Und gerade jetzt schüttete es wie aus Kübeln und wir standen am Strand, ohne eine Möglichkeit irgendwo unterzustehen. Aber eben, irgendwann müssen diese 8’000 mm ja vom Himmel kommen.

Neben den Walen sahen wir auf einer Bootsfahrt eine grosse Gruppe von Delphinen.

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